Archive für 17.4.2008

Tag der offenen Tür 12.+13.4.2008 - Nachlese

Zur Eröffnung der Ausstellung mit dem Tag der offenen Tür am Wochenende 12. und 13. April 2008 kamen ein paar Hundert Besucher. Einerseits, um sich Skulpturen und Bilder des Künstlerpaares Motron A. Havelka und Elke Ungerbühler-Havelka in den neu renovierten Ausstellungsräumen und Werkstätten anzuschauen. Andererseits, um die Räume des Erbachshofes und den Park endlich von innen sehen zu dürfen.
Bei trockenem Wetter und vielen Sonnenstunden spazierten die Gäste durch die gut gepflegte, mehr als ein Hektar große Anlage. Kinder hüpften über die Wiesen hinunter zum Teich.

Seit der Jahrhundertwende 1900 waren Erbachshof und Park in privatem Besitz und naturgemäß öffentlich nicht zu besichtigen.
Eisinger Bürger, die schon Jahre und Jahrzehnte in der Gemeinde leben, waren sichtlich überrascht und berührt von der neuen Nutzung und der Möglichkeit, Räume und Park nun frei besuchen zu können. Ein Ehepaar war das letzte Mal in den Räumen vor 51 Jahren – 1957, als das Herrenhaus als Hotel betrieben wurde – und feierte ihre Hochzeit. Ein Mann wusste von seiner Großmutter, dass sie als Bedienstete beim Baron arbeitete. Wieder ein anderer Eisinger erinnerte sich an die Zeit zum Ende des 2. Weltkrieges, als amerikanische Soldaten im Erbachshof stationiert waren. Und Herr Müller erkannte in der Künstlerwerkstatt sofort die ehemalige Hotelküche wieder, in der er als Auszubildender gelernt hatte.
Viele Erinnerungen, Anekdoten und Geschichten über und um den Erbachshof waren zu hören, Fragen zur Vergangenheit tauchten auf.

Aus diesem Anlass und zur Information über die wechselhaften Jahrzehnte und Jahrhunderte können Sie nachfolgend die Chronik des Erbachshofes lesen.
Wir danken Johannes Zull vom St. Bruno-Werk für die Zusendung von näheren Angaben zur Geschichte und Elisabeth Beck für das Ausleihen des „Eisinger Lesebuches“ von Erich Bender, wo alles im Detail nachzulesen ist.

Zeittafel der Siedlung Eisingen und Chronik des Erbachshofes

Um 3000 v. Chr.              Jungsteinzeitliche Siedlungen, südlich der Eisinger Kirche und zwischen
                                          Kreisstraße WÜ 12 und dem Gemeindeverbindungsweg Erbachshof –
                                          Waldbüttelbrunn

1800 – 850 v. Chr.        Siedlung der Bronzezeit im „Kalten Loch“, heute von der Autobahn
                                          überbaut

750 – 600 v. Chr.           Siedlung aus der frühen Eisenzeit

um 400 – ca. 50 v. Chr.  Kelten kommen in unsere Heimat.
                                          An der Stelle des Erbachshof soll eine “Viereckschanze“
gewesen sein.

noch 1802                        ist der Erbachshof als „Erdburgerhof“ bekannt.

Um 600 n. Chr.              Westlich vom Erdburgerhof = Erbachshof bestand an der Stelle des 
                                          heutigen Ortes Eisingen eine kleine fränkische Siedlung, vermutlich
                                          gegründet von einem fränkischen Einwanderer namens Yso.

748                                   die Erdburg und „ eine Kirche bei Erpurg“ kommen durch Bischof
                                         Burkard zum Andreaskloster (heute St. Burkard-Kirche in Würzburg)

787                                    erste urkundliche Erwähnung Eisingens

1484                                 Abt Johannes von Allendorf (erster Probst des Ritterstiftes St.   
                                          Burkhard) kauft dem Kloster St. Burkhard die Erdburg = den
                                          Erbachshof ab.

1496                                 Probst Johannes von Allendorf vermacht eine Hälfte des Erbachshofes
                                          dem Stift St. Burkhard, die andere Hälfte dem Hofspital in Würzburg.

1544                                 der östliche Stiftsanteil des Erbachshofes wird den Hofleuten Barthel
                                          und Martin Walk aus Eisingen überlassen.

seit 1595                          keine Aufzeichnungen mehr in den Stiftsbüchern

1803                                 Staatsbesitz durch die Säkularisation

1900                                 Landrat Joh. Stumpf ist in der 2. Generation auf dem Erbachshof

1918                                  der Landwirtschaftliche Kreisausschuss kauft den Erbachshof mit 70 ha.

1920                                  eine Landwirtschaftsschule wird gebaut, das jetzige Hauptgebäude.

1931 / 1932                     Theo von Guerard sen. kauft den Erbachshof

1950                                 Herr Jäger aus Moos pachtet die Landwirtschaft

1946 - 1955                     Nutzung als Altenheim durch den Caritasverband

1957                                  Südzucker pachtet die Felder, 1960 Kauf.

1955 – 1972                     Hotel- und Restaurantbetrieb durch Theo von Guerard

1969                                  der Erbachshof wird von Höchberg nach Eisingen umgemeindet

1972                                  Fa. Anton Fuchs kauft die Hofgebäude des Erbachshofes.

(aus dem „Eisinger Lesebuch“ von Erich Bender)

Ende 2007                      St. Bruno-Werk kauft westlichen Teil des Erbachshofes mit Gebäuden
                                          und Grundstück

ab April 2008                 Kunst im Erbachshof

www.kunst-im-erbachshof.de

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